20.09.2019

Was treibt Sie an?

Unsere inneren Antreiber können uns in unserem Alltag unterstützen oder begrenzen. Finden Sie mehr über Ihre persönlichen Antreiber heraus...

In meinem letzten Newsletter ist mir ein Fehler unterlaufen: In der Anrede stand nicht der Name des Empfängers, sondern meiner. Über diesen Fehler habe ich mich maßlos geärgert. Als ich einer Kollegin davon erzählte, meinte die nur lapidar „Na und? Ist ja kein Drama.“ Aber für mich war es das, ich hasse es Fehler zu machen. Bei anderen Personen habe ich damit kein Problem, nur bei mir selbst lege ich den Maßstab so hoch. Kennen Sie das? Der Grund dafür findet sich häufig in unseren „inneren Antreibern“. Die inneren Antreiber sind Glaubenssätze, die wir in unserer Kindheit verinnerlicht haben. Sie sind häufig Ausdruck dessen, was unsere Eltern von uns erwartet haben oder was wir in unserem Umfeld beobachtet haben.
Einer meiner inneren Antreiber lautet „Sei perfekt!“. Ich habe in allem was ich tue einen hohen Anspruch an mich selbst. Das ist grundsätzlich auch nichts Schlechtes. Menschen, die nach Perfektion streben oder ihre Aufgaben schnell erledigen sind häufig auch erfolgreicher. Problematisch wird es nur wenn diese inneren Antreiber uns in unserem Alltag belasten oder unnötig stressen.
Es werden insgesamt fünf verschiedene Antreiber unterschieden:

  • Sei perfekt!
    typische Gedanken: „Ich darf keinen Fehler machen.“ Ich muss noch besser werden.“
  • Mach schnell!
    typische Gedanken: „Ich darf keine Zeit verschwenden.“ „Wer rastet der rostet.“
  • Streng dich an!
    typische Gedanken: „Erfolg muss man sich hart erarbeiten.“ „Ohne Fleiß, kein Preis.“
  • Mach es allen recht!
    typische Gedanken: „Bloß kein Streit.“ "Immer freundlich bleiben.“
  • Sei stark!
    typische Gedanken: „Beiß die Zähne zusammen.“ Ich komme alleine zurecht.“

Die inneren Antreiber sind bei jedem Menschen unterschiedlich stark ausgeprägt; bei mir persönlich sind die Antreiber „Sei stark!“ und „Sei perfekt!“ stark ausgeprägt. Mittlerweile habe ich die beiden meistens gut im Griff, so dass sie ihre positive Wirkung entfalten können. Denn im Grunde genommen repräsentieren die inneren Antreiber positive Eigenschaften:

  • Sei perfekt: Genauigkeit und Fehlerlosigkeit
  • Mach schnell: Schnelligkeit und die Fähigkeit Chancen zu nutzen
  • Streng dich an:Gründlichkeit und Durchhaltevermögen
  • Mach es allen recht:Freundlichkeit und Liebenswürdigkeit
  • Sei stark: Stärke und Unabhängigkeit

Damit sich die Antreiber nicht negativ auf das Berufs- und Privatleben auswirken, sollte man sich mit ihnen ehrlich und selbstkritisch auseinandersetzen. Dabei kann man ein Bewusstsein dafür entwickeln, welche Verhaltensweisen in welchem Maß durchaus sinnvoll sind und welche vor allem Stress - bei sich selbst und bei anderen- auslösen. Dazu kann man sich an folgenden Fragen orientieren: Was sind die positiven Auswirkungen meiner inneren Antreiber? Was sind die negativen Auswirkungen meiner inneren Antreiber? Und in welchen Situationen treten dies auf? Welche Merksätze können mich darin unterstützen mein Verhalten zu ändern? Für Perfektionisten könnte ein solcher Merksatz beispielsweise so lauten: „So gut, wie nötig, nicht so gut wie möglich.“

Hier finden Sie einen Selbsttest um Ihre persönlichen "inneren Antreiber" zu identifizieren.

 

 

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